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Pilotprojekt Elektroautos zwischen Stuttgart und Straßburg

Eurodistrict

Vom zwölften deutsch-französischen Ministerrat wurde beschlossen, ein grenzüberschreitendes Pilotprojekt zum Ausbau der Aufladestationen für Elektroautos zu starten.
Betroffen sein werden zunächst das Gebiet des Eurodistrikts und Baden Württemberg.

Im Herzen der deutsch-französischen Freundschaft

1945 wurde Straßburg zum herausragenden Symbol für die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Die Stadt wurde dafür von den Europäern als Sitz von drei Institutionen erwählt: dem Europarat (seit 1949), dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (seit 1959) und dem Europäischen Parlament (seit 1979). Diese deutsch-französische Freundschaft drückt sich zusätzlich aus durch:


> Die Bedeutung des wirtschaftlichen, menschlichen und kulturellen grenzüberschreitenden Austauschs: Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Departements Bas-Rhin (Exporte: fast 5 Milliarden €; Importe: mehr als 6 Milliarden € - Stand 2008); 25.000 Bewohner des Departements arbeiten in Deutschland, einschließlich der Grenzgänger aus Straßburg. Außerdem muss man darauf hinweisen, dass der deutsch-französische Arte Kultursender seinen Sitz in Straßburg hat.

> Die gerade laufende große städtebauliche Entwicklung bis zum Rheinufer und der Stadt Kehl in Deutschland: Straßburg hatte lange Zeit der Grenze den Rücken gekehrt und die Stadtentwicklung fand in Richtung Norden, Süden und Westen statt. Heute nähert sich die Stadt der Nationalstraße RN4 an, die Frankreich mit Deutschland über den Rhein verbindet, wobei alle Anstrengungen unternommen werden, ein Gebiet von 250 Hektar städtebaulich zu erschließen, nämlich ein altes Industriegebiet in der Nähe des Hafens.

Brucke> Die Europa-Brücke, die 1960 erbaut wurde und auf der Fahrzeuge, Fahrradfahrer und Fußgänger den Rhein zwischen Straßburg und Kehl auf einer Länge von ungefähr 300 Metern überqueren können. Eine im Dezember 2008 durchgeführte Verkehrszählung zeigte, dass mehr als 41.000 Fahrzeuge am Tag über diese Brücke fahren. Eine zweite Brücke wurde 2002 im Süden des Großraums, in direkter Verbindung mit der Autobahn die zum Flughafen führt, dem Verkehr übergeben.

> Die Fußgängerbrücke der Zwei Ufer, mit ihrer eleganten Pfeiler-Architektur, die seit 2004 das Bindeglied zwischen den beiden Ufern eines großen Gartens von 60 Hektar Fläche darstellt, die sich auf beide Ufer des Rheins verteilen. Sie ist das Werk des französischen Architekten Marc Mimran (geboren 1955 in Paris), während die Grünflächen vom deutschen Landschaftsbauer Rüdiger Brosk aus Essen angelegt wurden. Mit einer Länge von 177 Metern verleiht das Bauwerk den beiden Ufern eine gleichzeitig konkrete wie symbolische Kontinuität, die für die Abschaffung aller Grenzen steht, seien diese nun geographisch oder menschlich.

> Der Fortschritt des Eurodistrikts Straßburg – Ortenau hin zur Einrichtung einer neuen Form der grenzüberschreitenden Politik. Dieses 2005 gegründete europäische Gebiet mit seinem speziellen Status stellt sich als zukünftiges Laboratorium einer sehr weit reichenden deutsch-französischen Zusammenarbeit dar, das in absehbarer Zeit gemeinsame Entscheidungen, die gemeinsame Nutzung von Diensten und gemeinsame öffentliche Investitionen ermöglichen wird. Dieses Gebiet, das aus den 28 Gemeinden der Stadtgemeinschaft Straßburg und dem Ortenaukreis besteht (darunter die Städte Kehl, Offenburg, Oberkirch, Lahr und Achern), erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 2000 km² bei einer Bevölkerung von fast einer Millionen Menschen. Der Eurodistrikt erhielt im letzten März die Rechtsform eines „Europäischen Zweckverbands für die Kooperation zwischen Gebieten“ (GECT), was einen ersten Schritt für die Umsetzung zahlreicher Projekte darstellt. Dadurch wird die europäische Dimension Straßburgs gestärkt und das tägliche Leben der Menschen stark vereinfacht. Bereits heute wurden gemeinsame Lehrlings-Ausbildungen eingerichtet und es findet eine Annäherung zwischen den Universitätskliniken in Straßburg und dem Epilepsiezentrum in Kehl-Kork für die Versorgung von Epilepsie-Patienten statt. Rettungsfahrzeuge aus Deutschland können jetzt im Großraum Straßburg mit der gleichen Priorität fahren wie lokale Rettungsfahrzeuge. Seit dem 1. Januar 2009 können Franzosen, die in der Ortenau leben, ihre Ausweispapiere beim Bürgermeisteramt in Straßburg beantragen und müssen hierfür nicht mehr wie zuvor zum französischen Konsulat nach München fahren. Es ist ausserdem geplant, die Straßburger Tram in ein paar Jahren bis nach Kehl zu verlängern.